Kategorie: bend/artikel

An Epiphany for the Soul

In two languages that bridge the waters from Kurdistan to the English-speaking world, Hussein Habasch presents his view of what it means to be a Human. The words tear at the skin and sinew of the reader towards an epiphany for the soul that is both too beautiful for words and, at the same time, a modern searing revelation of the state of Man.

How it is possible, after a century of genocides to still write poetry, to still endeavor to epitomize what it is to be Human after such a dehumanizing period?

We find in Habash’s poetry some glimmers of what is truly beautiful in being Human.

Reading Afrin and the Creature that used to be Called Human Being, one comes away with a sense of the necessity of being reborn in beauty and sanctity to truly become Human.

—Stanley H. Barkan (Poet, Publisher, USA)

Xavêhatina xudatîyê bona can

Bi du zimanan, ku pireyek e di navbera Kurdistanê û cîhana xwandevanên înglîzîaxêv de, Husên Hebeş dîtina xwe li ser maka mirov dinimîne. Peyv pêst û rehên xwandevanan diçirînin bi hindava xavêhatina xudatîyê di canê mirov de û her di wê katê de jî ew peyvina ewna ciwan, siruşdar û sojindar in ji helwesta mirov re. Çawa weha şîyandibe piştî sedsala mehfkirina gelina û hîn helbest li ser wê mijadê bên afirandin û pirs bê dayîn, çima mirov bûye sedema bêmirovatîya vê serdemê! Di helbestên Hebeş de em rastî, ronahî û bedewtîyê tên, ku ji bona çî mera mirov e

Efrîn û canberê bi mirov hatîye navandin bixwîne, hizrek li cem peydadibe, ku pêwîste mera ji nû ve ji dayîka xwe bibe, ta mera bibe mirovê rast li vê jîyana ciwan û pîroz.

Stanley H. Barkan (Helbestvan, belavkar, USA)

Epiphanie für die Seele

In zwei Sprachen, die eine Brücke schlagen von Kurdistan zur englisch-sprechenden Welt präsentiert Hussein Habasch seine Auffassung davon, was es bedeutet, ein menschliches Wesen zu sein. Die Worte zerren an der Haut und an den Sehnen des Lesers in Richtung auf eine Epiphanie für die Seele, die gleichzeitig zu schön ist für Worte und eine zeitgenössische Offenbarung bezüglich des Zustandes des Menschen. Wie ist es möglich nach einem Jahrhundert der Völkermorde immer noch Poesie zu schreiben, immer noch danach zu streben auf den Punkt zu bringen, was es heißt Mensch zu sein nach einer solch entmenschlichenden Epoche. In Habaschs Poem entdecken wir das Aufleuchten des Wahrhaft Schönen zu sein.

Wer Afrin und das Lebewesen, das Mensch genannt wurde liest, erfährt den Sinn der Notwendigkeit neugeboren zu werden in der Schönheit und Heiligkeit und wahrhaft Mensch zu werden.

Stanley H. Barkan, (Übersetzung: Rainer Maria Gassen)

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Zu Hussein Habaschs neuen Gedichten „Afrin und das Lebewesen, das Mensch genannt wurde“

Bevor ich mit Hussein Habasch gemeinsam in zwei audeinanderfolgenden Sommern seine kurdische Heimat bereiste, hatte ich ihn als Dichterfreund bereits viele Jahre hier in Bonn gekannt. Seine bis Dato in mehreren Gedichtbänden veröffentlichte Gedichte hatte ich gelesen, und mich immer wieder an der für den Zentraleuropäer so fremdartig anmutende Bildwelt erfreut. Dass ich die eigenartig und oftmals kühn gestalteten Bilder seinerzeit verstanden hätte, durfte ich allerdings nicht mehr annehmen, nachdem ich Kurdistan mit ihm gemeinsam erlebt hatte. Seiner kurdischen Sprache nicht mächtig, erlebte ich durch Hussein Habaschs Vermittlung die Begegnung mit den Menschen, die in quirligen – scheinbar chaotische durcheinander pulsierenden – Städten und in winzigen fernab gelegenen Weilern den Fremden ohne Ansehen der Person gastfrei an- und aufnehmen.

Die prägende und unvergesslich in mir lebendige Beobachtung aber war und ist die im Kurden immer unter der Oberfläche seiner Mimik und Gestik lauernde Traurigkeit. Selbst in seiner ausgelassenen Festfreude – etwa bei einer Hochzeit, zu der wir geladen waren – teilt sich dem aus der Mitte Europas angereisten Fremden immer mit, dass der Kurde seine Trauer nicht verhehlen kann und womöglich auch nicht will, das ihm das Recht auf seine staatliche Integrität verwehrt bleibt.

Hussein Habasch legt nun eine neue Sammlung von Gedichten vor, die er auch in seinen eigenen Übersetzungen in die deutsche und englische Sprache einem viel größeren Lesekreis zugänglich macht. Ich hatte das Privileg, seine Übersetzungen mit ihm gemeinsam durchzuarbeiten, und in seltenen Fällen Anregungen zu geben, wie sich manchmal Wendung für einen deutsch- und englischsprachigen Leser vollständiger erschließen ließe.

Der von den Reisen in sein Exil zurückgekehrte Hussein Habasch überträgt die schier grenzenlos sanfte Hügelwelt und die schroffen Bergformationen Kurdistans in die manchmal sanft und dann wieder schroff klingenden Wortwelten seiner Poesie.

Hussein Habasch leiht seinem sprachlos leidenden Volk seine Stimme, die er in meisterhafter Eindringlichkeit in immer wieder neu und frisch klingenden Gedichten nutzt, das Recht seines Volks zu fordern und das von ihm erlittene Unrecht zu geißeln.

Hussein Habasch neues Buch kennenzulernen, bereichert den Leser nicht nur mit einer herausfordernden Leseerfahrung; er wird sich unweigerlich bewusst, sich der Lektüre eines wichtigen Buches zu widmen.

Rainer Maria Gassen im Juni 2018

Yahya Silo und sein Roman: „Auferstehung in den Tiefen der Berge“

Die erfolgreichen künstlerischen Arbeiten sind eine Leistung für jedes Volk. Der Künstler, Kurator und Prosaschriftsteller Y. Silo verwundert den Leser mit einem interessanten Roman namens „Auferstehung in den Tiefen der Berge“. Der Roman erschien 2017 in Kairo (Ägypten) im Verlag Awraq.

Der Autor schrieb seinen Roman auf dem Berg Harakol in Kurdistan im Herbst 1998 bis zum Ende des Jahres1999.

Das Thema des Romans dreht sich um den bewaffneten Kampf der kurdischen Rebellen gegen die türkische Regierung auf dem Berg Harakol in der Region Djizira, Kurdistan in der Türkei, wo der Autor selber ein Kämpfer war.

Die Hauptfiguren der kurdischen Seite im Roman sind Hamo, seine Frau Bihar, Diko (Dino), Chabat, der Guerilla verantwortlische und andere Nebenfiguren, auf der türkischen Seite lernen wir Major Arul und die anderen türkischen Soldaten kennen.

Einer der wichtigsten Merkmale des Romans ist der Autor Y. Silo selbst. Er war zehn Jahre lang ein kurdischer Kämpfer und weiß, wie man in Deutschen sagt, wovon er schreibt, im Vergleich zu anderen Schriftstellern, die manchmal jahrelang recherchieren müssen, um ihren Roman schreiben zu können.

Ich möchte hier nicht die Handlung des Romans vorstellen, sondern kritisch auf die positiven Eigenschaften des Romans eingehen. Aber vorher eine wichtige Bemerkung: Jeder Autor hat spezifische Ziele für seine kreative Arbeit, und diese Ziele basieren auf anderen wichtigen Elementen des erfolgreichen Romans, darin die meisten Literaturwissenschaftler überein. Aus diesen Perspektiven kann man sagen Y. Silo versucht, seine Arbeit mit künstlerischen Mitteln zu gestalten und die Leser zu überzeugen und sie dennoch objektiv zu informieren.

Hier versucht er, die Gerechtigkeit des kurdischen Freiheitskampfes zu zeigen, daher beschreibt er die Propaganda des Gegenseitigen unter den einfachen kurdischen Bewohnern in den Dörfern. Einige Beispiele: „Die Leute, die hier kämpfen, sind keine Kurden, sie sind Armenier, Ungläubige, sie töten Menschen, enthaupten sie essen ihr Fleisch.“ Die Türken betreiben auch religiöse Propaganda, in dem sich einige von den Offizieren, die Sicherheitskräfte, als Imame verkleiden und mit den kurdischen Bewohnern über den Islam in kurdischer Sprache sprechen. Am schlimmsten der Leser erfährt in dem Roman von der bedrückenden Lage der Kurden Bewohnern. Hier haben sie zwei Möglichkeiten, mit dem türkischen Militär zusammenzuarbeiten, nachdem sie ihre gesamts Vermögen, Felder, Haine, Vieh dann verkauft haben, bekommen sie ein Gehalt von den Türken oder müssen die Gegend verlassen und sich irgendwo ansiedeln  und wer sich weigert, wird sein Hab und Gut verbrannt und die Häuser ruiniert.

Jeder Roman, jede künstlerische Arbeit ohne Ästhetik kann nicht erfolgreich sein, wenn sie keinen Einfluss auf die Emotionen der Leser hat. In dieser Hinsicht ist der Roman meisterhaft, die Sprache und die künstlerischen Bilder sind einzigartig; sie können nur entstehen, wenn man jahrelang dort lebt und beobachtet.

Der Roman zeigt glaubwürdig die psychologischen, politischen und sozialen  Veränderungen in der Psyche der Hauptfiguren, man beobachtet allmählich e Hamos Schuldgefühle, der sich mit den Türken gegen sein eigenes kurdisches Volk kollaboriert und am Ende bricht er zusammen, nach dem er alles verloren, hat auch eigenes Leben. Die positive Entwicklung im Leben der ehemaligen  Frau (Bihar) von Hamos, die eine Hausfrau und Mutter von vier Kindern ist, wird dadurch deutlich, dass sie mit ihrem neuen Ehemann Dino eine Mithelferin für die kurdischen Kämpfern wird.

Der Schriftsteller beschreibt gut den Geisteszustand des türkischen Offiziers Arul in der Nacht des Angriffs auf die Berge von Harakol. Er lebt in der schrecklichen Situation von Angst, wo sein sicheres Zimmer in der Baracke zu einem Alptraum wird, nachdem er zusammen brach.

Der Roman von Y. Silo gehört nicht nur ihm, sondern seinem Volk, anderen Völkern und der ganzen Menschheit.

Bonn, Dezember 2018

Hussein Habasch

Rayên dostan li ser „Erebînivîsên kurd“

Çend dost û pisporan li ser nivîsa „Erebînivîsevanên kurd“ di Facebookê de rayên xwe tomarkirin. Min jî sozdabû, ezê bi kurtenivîseke fesbookî bersiva wan bidim, lema jî van çend rêzan li vir dirêzînim.

Nivîs bi kurdî yan bi çi zimanî din be ne sanahî ye, ta mera di nihênîyên zimanan keve û bibe afirînder û di binê zeryaya zimanî de avjenîyê bike, divê mera bi salan bê perwa bixebite û astengan biçemîne.  Dijwarîyên bo kurdînivisînê bi saya şoreşa întêrnêtî niha pir asanbûne û li vir pirsa serekîn vîna nivîsevan e, ew dixwaze yan naxwaze.

Kî bi çi zimanî binivîse, ew dibe heyîna wî zimanî, eger kesin ji kurdan dixwazin dahênan, afirandin û berhemên hest û mêjîyên xwe bikin xizmeta ereb, faris û tirkan bila ew kira li wan pîroz be. Ew ji min re wek hevpîşene wan gelan tên hijmartin.

Lê ez bawer im bi wucdan û vîna her kurdekê/î, ku ewê tim di rajeya (xizmeta) çanda gelê xwe de bin. Gel bi fîlosof, hebestvan, roşenbîr û zanayên xwe tên nasîn.

23.12.2018

Husên Hebeş


Erebînivîsevanên kurd

Ez bawerdikim dem ji zû de hatîye, – ya rasttir dem tim hebû û heye – ku erebînivîsevanên kurd ji hespê zimanê dagîrkerên ereb peyabin û li hespê zimanê kurdîye resen sîwarbin û rakin cirîdê.

Kesayetî û serbilindîya her kesekî di zimanê dayîkê de bi hêztir e ji kesayetîya wî di zimanên dagîrkeran de.

Werin li şîrê dayîka xwe xwedî derkevin û têkevin nav baxê biheşta zimanê kurdî. Ew heyîn, serbilindî û serbestîya me ye.

Êş û şahîyên mera bi zimanê dayîkê dilînîtir û hukarîtir in.

10.11.2018

Dr. phil. Husên Hebeş

Eine Würdigung von Celia Schmidt: AFRIN und das Lebewesen, das Mensch genannt wurde

Hussein Habasch

 AFRIN und das Lebewesen, das Mensch genannt wurde

Gedichte        Deutsch-Kurdisch  Hogir Verlag. Bonn 2018

Eine Würdigung von Celia Schmidt:

Verraten – doch nicht vergessen

Worte, aus Staub und Trümmern der zerstörten Heimat geformt – bittersüße Poesie in einer bleiernen Zeit.

Hussein Habasch schreibt an gegen die eigene Ohnmacht und Verzweiflung – angesichts nicht endender Vernichtung, Unterdrückung, Verfolgung und Demütigung seines kurdischen Volkes. Seine Welt am  Abgrund. Sinnlosigkeit des Zerstörens und Mordens im Namen einer Religion, einer Ideologie oder der Profitgier um Ressourcen – im Schachspiel der Mächtigen, wo wir die Bauernopfer sind. Unsere Welt voller Widersprüche und Unmenschlichkeit. Poesie und Politik. Schwere Kost.

Dennoch: Seine Worte – klar und schlicht gesetzt – malen eine Mischung aus grausamen Bildern des Kriegsgeschehens und einem verschwindenden Leben voll Schönheit, Düften und Liebe. Erinnerungsbilder. Symbolisch vielschichtig. Er nimmt uns an die Hand, schafft Zufluchtsorte der Poesie – sanft und aufrüttelnd zugleich, in denen die Schwermut versiegen kann. Schreiben ist notwendig in Zeiten der entsetzten Sprachlosigkeit.

Er mahnt und appelliert an eine Mit-Menschlichkeit, die verloren gegangen ist. Sein in tiefer Traurigkeit gebrochener Blick auf das, was war und nicht mehr ist – zerstört durch Menschen, die Nachbarn sind und Freunde waren. Beklemmend. Eine Klage – ohne Bitterkeit oder gar Hass. Nur mit fragendem Unverständnis über das Leid, das Mensch dem Menschen antut.

Hussein Habasch, der Poet, versucht, Halt zu finden und Halt zu geben in Geschehnissen, die ihm und so vielen (nicht nur) kurdischen Menschen den Boden unter den Füßen wegziehen. Er schreibt und dichtet, damit wir frei werden, eine Zukunft zu denken und einzufordern, in der das Recht auf friedliche Selbstbestimmung auch dem kurdischen Volk wie selbstverständlich zugestanden wird.

Wieder vermittelt uns der großartige Lyriker eine Begegnung mit dem Kurdisch-Sein, das tiefgründig, Schmerz erfahren und dennoch voll zärtlicher Romantik ist. Faszinierend, wie er diese Widersprüche in schlichte und doch inhaltsschwere Verse zu bringen versteht – aus Sicht der deutschen Sprache. Wie dies die kurdische Leserschaft empfindet, bleibt zu bewerten ihr überlassen – in ihrer kurdischen Muttersprache, die Hussein Habasch verdienstvoll pflegt und weiterreicht – gegen jedes Vergessen. Wir erschauern und bleiben als Leser und Leserin aufgewühlt zurück. Noch ein Wort zum Cover des Buches, zu Umschlaggestaltung und Titelbild von Yahya Silo: Die orange-gelben Farben leuchten in Wärme und Licht, doch das Bild in grafischer Dichte und kühlem Blau versinnbildlicht die menschliche Tragik. Eindrucksvoll!

Gesicht der Hoffnung

Ich erschaffe dieses Gesicht für die Zukunft

nicht dass es mit der Bombenexplosion gewaschen wird

nicht dass es frühstücken möchte

zwischen den Verwundeten und Ermordeten

aber das Heulen der Lebenden

in den Trümmern erlaubt nicht

dass ihm der Bissen im Halse stecken bleibt

Ich male dieses rosige hoffnungsvolle Gesicht

das Gesicht das sich mit den Strahlen

der Liebe aufwärmt

(Zitat S. 133)

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Mûsîkvana kurd Nûrê Cewarî

Min ev portêta li ser Dr. N. Cewarî di 23.02.1998an de temamkir û di radyoya elmanî WDR de belavkir. Di Facebooke de min sozdabû, ezê çend rêzan ji vê nivîsê vebjêrim û wek agahdarî li ser pirsine zanistî di mûsîka kurdî de ji xwandevanan re nimabikim:
„Pispor Nûrê Cewarî yekemîn kes e, ku pileya doktora li ser mûsîka kurdî wergirtîye, di wê babetê de wê xanimê bingehên zanistî danîne û cuda berhem afirandine û diafirîne.
Di 10ê şibata 1977an de Nûrê ji nivîsê van rêzan re perçene mûsîkî ji berhmevanîya klasîkê mûsîka ermenî Komîtas (1869 – 1935) tomarkir û şandin, ku ew bi xwe jî zanayê mûsîka kurdî bû, sala 1899an wî li Berlînê dest bi lêkolîna xwe ya doktora li ser mûsîka kurdî kir, lê mixabin lêgerîn temam ne kir.
Sala 1967an N. Cewarî dibe xwandevana doktora li Yêrvanê (Rewan) piştî sê salan wê tîtila Doktorîyê di mûsîka kurdî de wergirt. Miijada lêgerîne ev bû „Afirandina istiranên kurdî yên gelêrî“
Kurtenameya doktora ya pisporê bi rûsî û berhemine wê ye din li ba min hene.

Bonn, 23.10.2018
Husên Hebeş