Kategorie: Gedicht

Literaturabend Int. lyrische Herbst

Literaturabend

Int. lyrische Herbst

 „Wundersame Wege der Liebe”

Sind Sie und Ihre Freunde herzlich eingeladen. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Bürgermeister Horst Thiele

Lesung mit Musik am Freitag den 10. 10. 2014 um 19:00 Uhr im Alten Ratssaal Bürgerhaus Hilden Mittelstraße 40

Eröffnung durch Kulturamtsleiterin:

  • Frau Monika Doerr M.a
  • Grußwort des Bürgermeisters  Herr Horst Thiele
  • Grußwort des Generalkonsuls R. Serbien Herr Nebojša Košutić

Musikbeiträge: „Herbstliche Klänge“ Musikschule Hilden

Es lesen Autoren des Deutschen Schriftstellerverbandes NRW

  • Zdravko Luburić – Kroatien
  • Dragica Schröder – Serbien
  • Hussein Habasch – Kurdistan

Moderation: Anni Rosemarie Becker

Lesung der Gast-Autorinnen und -Autoren verschiedener Nationalitäten

Veranstalter:  Stadt Hilden, Kulturamt, Jugoslawisch-Deutscher Kulturverein Hilden e.V.. In Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Schriftsteller Kultur der Länder Kulturamt. Der Eintritt ist frei.

Flyer downloaden (PDF)

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neuer Gedichtband: Schreiben auf dem Gesicht der Zeit (kurdi-elmani)

Pirtûka nû ya helbestvan Husên Hebeş
Nivîs liser rûyê demê
bi kurdî û elmanî ji aliyê belavgeha Free Pen Verlag de derket.

Hussein HabaschHussein Habasch Umschlag Gedichtband

Schreiben auf dem Gesicht der Zeit

Gedichte, deutsch – kurdisch

2013

146 S,. Klappenbroschur

ISBN 978-3-938114-82-7

€ 12,90 – Bei amazon kaufen!

Mit der zweisprachigen Ausgabe einer neuen Auswahl seiner Gedichte im kurdischen Original sowie in Übertragungen in die deutsche Sprache legt der Dichter Hussein Habasch Gedichte vor, die durch ihre differenzierte wie auch präzise Bildhaftigkeit bestechen. Habasch ist seinen kurdischen und deutschen Lesern seit vielen Jahren zum Inbegriff geworden für die außerordentliche Kunst, auch scheinbar gewagten Metaphern quirliges Leben einzuhauchen und somit seinen Lesern immer wieder Freude sowohl an seiner Sprachartistik wie auch an den wohltuend schmeichelnden Klängen vorderorientalischer Welten zu vermitteln. Als in Deutschland lebender Kurde ist sich Habasch nicht nur der Leiderfahrung seines Volkes bewusst, sondern in seinen Gedichten versteht er es, in erstaunlich einleuchtender Weise auch ein deutsches Leserpublikum die Sehnsucht seines Volkes nach staatlicher Integrität mitempfinden zu lassen.

Hussein Habasch, geb. 1948 in Kurdistan (Syrien), studierte Journalistik in Moskau
und promovierte 1983. Seit 1984 lebt er in Bonn. 1970 begann er Gedichte in kurdischer und arabischer Sprache zu verfassen und ist auch als Übersetzer
aus dem Arabischen, Russischen, Deutschen und Englischen ins Kurdische
tätig. Er veröffentlichte mehr als 15 Bücher und zahlreiche Artikel und beteiligte sich an den International Poetry Festivals. Einige seiner Gedichte sind in mehr als zehn Sprachen übersetzt worden. Der Lyriker war von 1993-1996 Präsident des Kurdischen PEN-Zentrum e.V. Er ist Mitglied der International Writers and Artists Association (IWA), USA, und des Verbandes Deutscher Schriftsteller (VS).

„Hussein Habasch … ein Kurde, der hier in Deutschland lebt und wunderbare
Gedichte schreibt. Ich habe lange nichts so schönes gelesen.“
Hilde Domin (Süddeutsche Zeitung, März 1999)

Lyrisches Tagebuch aus Dersim *

Auf dem Sayriza Platz

Hussein Habasch

Der Morgen des zweiten Juni
Zweitausend und elf
war ein brisiger Tag
nicht mit der Kamera sondern
mit Füller und Papier
besuchte ich Sayriza auf dem neuen Platz
ich begrüßte den Großen der Größten
bat um Erlaubnis neben ihm zu sitzen
so habe ich mich bei ihm beklagt
Großer Sayida
Ihr Volk zieht seine eigene Haut aus
sucht sich eine neue Haut
auf dem Markt der Politik

Die eigene Sprache macht unter den Namen namenlos
und wirft sie in die Grube der Verlorenheit

Er verbannt seinen Schatten
und lebt mit fremdem Schatten

Ich erblicke den Munzur
und die Berge der Umgebung
die neuen Stacheldraht bewehrten Gebäude
ragen inmitten der Berge
sie zerstören die Schönheit der Natur

Einige Tränen flossen aus meinen Augen
ich erzählte Sayriza von meinen Leiden
und Qualen

Eine alte Eiche deren Stammes Hälfte
verfault ist die im Rücken des Denkmals steht
und ihre Krone zum Munzur neigt
grüßen zum Abschied mich
die in der Brise rauschenden Blätter
in Richtung auf das Hotel

2.6.2011

  • Aus dem Manuskript “ Nivîs liser rûyê demê, Schreiben auf dem Gesicht der Zeit

Lyrisches Tagebuch aus Dersim

Blumen aus dem Paradies*

Für Gêlas

Eine sanfte Erhebung

lud uns zum Kennenlernen

sie schüttet ihren Duft vor uns aus

in einem Blumenschloss

Beim ersten Treffen

hießen die Blumen mich Willkommen

sie narzissierten **

du hast uns ähnliche Blumen lange nicht gesehen

kannst du einige von uns

als Blumencollier für deine Geliebte flechten

wir sind Leningrads Blumen nicht ähnlich

auch denen in Moskau nicht

nicht Kölnern und

nicht Bonner Blumen

nicht einmal den Holländischen Blumen

wir sind Blumen aus dem Paradies

wir sind deiner Geliebten würdig

Dersim, 31.05.2011

  • Aus dem Manuskript „ Nivîs liser rûyê demê, Schreiben auf dem Gesicht der Zeit
  • Die Narzisse ist ein Symbol für Kurdistan

 Hussein Habasch

Mein Dankeschön an die F.D.P.

Hussein Habasch www.habasch.de www.drhabasch.wordpress.com E-Mail: husseinhabasch@gmx.de

Heute Morgen kam meine Post nicht zu spät

und die Straßen waren nicht vereist.

Mit einem freien, demokratischen Liberalismus

schaute ich während des Frühstückens

meine Gehaltsabrechnung an.

Wie die meisten Deutschen und Ausländer

habe ich keinen Weg gefunden,

der F.D.P. nicht zu gratulieren

für ihre Sorge um unsere Gesundheit,

für das Entleeren unseren Taschen

als Neujahrsgeschenk

für arme und barmherzige Konzerne.

Bonn, 20.01.2011

P.S.

Ich habe vergessen, meine herzlichen Grüße zu entbieten,

im Namen aller Gehaltskürzungen.

© Hussein Habasch

Die Herde aus der Kälte

Hussein Habasch

Die Kälte

hütetest du

auf dem Waisengebüsch

 

Felsenriffe

vom Frost übermalt

Nester

aus der Gebirgseinöde geflohen

wie könntest du

das Kaminfeuer erreichen

beim Heulen der Wölfe

in jener Nacht, jener schlaflosen

in der die Wege

die Wege suchten

Bonn, 2.11.2008

Veröffentlicht in der Zeitschrif“500GRAMM“ Nr.0 – 4/2010